Sich um Flüchtlinge zu kümmern, gehört zu den Fundamenten unseres Glaubens.

Flüchtlingsarbeit

Sich um Flüchtlinge zu kümmern, gehört zu den Fundamenten unseres Glaubens.

Die Bibel ist voller Geschichten über Flucht und Vertreibung. Wären Abraham (1. Mose 12 ff.), Isaak (1. Mose 26,1), Jakob (z.B. 1. Mose 27, 41-43) und seine Sippe (1. Mose 42 ff.), Moses (2. Mose 2, 11-15), Noomi (Rut 1, 1-2), Rut (Rut 1, 6-19), David (1. Sam 20,1) nicht aufgenommen worden und hätten keine neue Heimat gefunden, dann hätten die biblischen Geschichten so nicht erzählt und aufgeschrieben werden können. Jakobs Nachfahren, die Israeliten, flohen vor Zwangsarbeit und Diskriminierung unter Führung des Mose von Ägypten nach Palästina (2. Mose). Später wurde das jüdische Volk verschleppt (2. Könige 17; 2. Könige 24f; Jeremia 29; Esther, Daniel), und eine Gruppe, zu der auch Jeremia gehörte, floh nach Ägypten und fand dort Asyl (Jeremia 43). Auch Maria mit Josef und Jesus flohen vor Todesgefahr (Matthäus 2, 13-15), ebenso die ersten Christinnen und Christen (Apostelgeschichte 8,1).

Oft berichtet die Bibel über Hungersnöte als Ursachen für Migrationsbewegungen. Andere Gründe für Flucht waren, damals wie heute, Krieg, Diskriminierung, Verfolgung und die Suche nach einem selbstbestimmten Leben. Diese Geschichten über Flucht, Vertreibung und die Suche nach einer neuen Heimat sind Grundlagen des christlichen Glaubens. Es entspricht unserem Glauben, wenn wir uns engagieren: für Menschen in Not, für Bedürftige – ob aus unserem Land oder einem anderen.

 

Christine Deutscher

Christine Deutscher

Flüchtlingsbeauftragte

Christine Deutscher ist seit dem 1. Juli 2015 Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises. Ihre Aufgabe ist die Beratung und Unterstützung von Kirchengemeinden in ihrem Engagement für Geflüchtete. Außerdem unterstützt sie auch Netzwerke, in denen Kirche aktiv ist. Die Stelle ist zunächst auf fünf Jahre befristet. Die Berufung durch den Kirchenkreisrat konnte aufgrund der Förderung durch die Nordkirche erfolgen.

Auf gute Nachbarschaft! – Handreichung für den christlich-islamischen Dialog erschienen

Schweinefleisch zum Willkommensfest, der Pastor, der zum Frauenkreis mit muslimischen Frauen einlädt, Verwunderung, wenn Männer in der größten Sommerhitze nichts trinken – viele christlich-muslimische Begegnungen finden in unseren pommerschen Kirchengemeinden statt, die Gelegenheit bieten, in das berühmte „Fettnäpfchen“ zu treten. Von solcherlei Fettnäpfchen, aber auch von vielen anderen Erfahrungen berichteten pommersche Kirchengemeinden im Sommer 2016 in einem Fragebogen, den die Flüchtlingsbeauftragte Christine Deutscher ihnen zugeschickt hatte – und gaben gleichzeitig Hinweise darauf, was sie von einer Broschüre zum christlich-islamischen Dialog erwarten.

Das Ergebnis liegt nun vor, verfasst vom pommerschen Synodalausschuss Kirche und Gesellschaft, der das Zusammenleben von deutschen und geflüchteten Menschen in Vorpommern unterstützen will. Titel: „Auf gute Nachbarschaft! – Handreichung für den christlich-islamischen Dialog“.

 

Auf 35 Seiten gibt dieses Heft knappe und verständliche Antworten auf Fragen, die hiesige Kirchengemeinden im Kontakt mit muslimischen Nachbarsleuten umtreiben: Was sagt der Koran zu Jesus, und wie bestimmt er das Verhältnis zu Christen? Welche wichtigen Feste gibt es? Welche Bedeutung hat das Kopftuch? Wie lässt sich der Islam mit dem Leben in Deutschland vereinbaren? Ein Vorwort von Präses Elke König, Erfahrungen aus den Kirchengemeinden, weiterführende Ideen und kommentierte Literaturempfehlungen ergänzen die kleine Islamkunde.
Die Broschüre will nachbarschaftliche Gespräche unterstützen, die auch die Religion berühren. Denn nicht nur Sprachbarrieren können zu Missverständnissen führen, sondern auch unterschiedliche Vorstellungen z.B. zu der Frage, ob und wie die Kreuzigung Jesu vollzogen wurde.

Drei Beispiele aus dem Heft, wo sich Religion, Kultur und Alltag berühren und wie sich Fettnäpfchen umschiffen lassen:

  1. Beim nächsten Fest wird neben Schweinefleisch auch anderes Essen serviert – denn viele Muslime essen wegen religiöser Speisevorschriften kein Schweinefleisch. Manche muslimische Gläubige lehnen auch anderes Fleisch ab, wenn es nicht entsprechend ihrer Speisevorschriften geschlachtet wurde.
  2. Der Pastor erspürt, wie es Frauen mit seiner Anwesenheit geht: Wenn Frauen eher zurückhaltend sind und dem Pastor auch keine Hand zur Begrüßung schütteln, könnte es sein, dass sich die Frauen ohne Anwesenheit eines Mannes eher für Gespräche öffnen.
  3. Der Gemeindeausflug wird auch außerhalb des Fastenmonats Ramadan angeboten – denn während des Ramadans nehmen viele muslimische Gläubige zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang keinerlei Getränk und Nahrung zu sich und vermeiden deshalb möglichst körperliche Anstrengungen.

Wenn im Alltag solche Wege gegangen werden, wenn die Unterschiedlichkeit berücksichtigt wird, dann sind aus Fremden vertraute Nachbarsleute geworden.

Schon 2013 hatte die Nordkirche eine ähnliche Broschüre veröffentlicht. Die nun erschienene pommersche Variante soll der Tatsache gerecht werden, dass bis 2015 nur wenige Einheimische in Vorpommern umfangreiche Erfahrungen mit Menschen aus anderen Kulturkreisen gesammelt hatten. Die Ankunft der vielen geflüchteten Menschen in unseren Städten und Dörfern war daher für Viele ungewohnt und eine große Herausforderung. Der Kirchenkreis hatte die erste Zeit des Ankommens 2015 mit der „Handreichung zur Arbeit mit Flüchtlingen in den Kirchengemeinden“ begleitet. Die zweite, aktuelle Broschüre soll das Thema vertiefen.
Die pommerschen Kirchengemeinden haben die Handreichung per Post bekommen, weitere Exemplare können alle Interessierten bei der Flüchtlingsbeauftragten gedruckt in Heftform bestellen (fluechtlingsbeauftragte@pek.de oder Tel. 03834 89 63 119) oder HIER downloaden.

Weitere Infos

Weitere Informationen zur Flüchtlingsarbeit des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises finden sie auf der gemeinsamen

Website für Mecklenburg-Vorpommern

Informationen zur Flüchtlingsarbeit über den Kirchenkreis hinaus 

Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Themen und Materialien finden Sie auf der Seite der Flüchtlingsbeauftragten bei facebook:
Flüchtlingsbeauftragte des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises

Kontakt 

Anschrift

Flüchtlingsbeauftragte des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises
Christine Deutscher
Karl-Marx-Platz 15
17489 Greifswald
 
Tel. 03834 – 8963119
Mobil: 0159 – 02197500
Fax. 03834 – 8963117

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